Athen: Mieten in Kaisariani um ein Viertel teurer – Wohnen frisst die Löhne
Neue Zahlen zeigen: Während die Mieten in Griechenland insgesamt stagnieren, steigen sie im Grossraum Athen weiter, in einzelnen Quartieren um bis zu 26 Prozent in einem Jahr. Griechische Medien sprechen von einer der grössten sozialen Fragen für die Haushalte, für Durchschnittsverdiener werde Wohnen kaum noch bezahlbar.
Was passiert ist
Laut dem Mietpreisindex des Immobilienportals Spitogatos für das dritte Quartal 2026, über den die Wirtschaftszeitung Oikonomikos Tachydromos am Montag berichtete, stiegen die Angebotsmieten in Attika innert eines Jahres um 5,0 Prozent. Landesweit blieben sie dagegen praktisch unverändert, nachdem sie ein Jahr zuvor noch um 7,2 Prozent zugelegt hatten. Am stärksten verteuerten sich das Quartier Kaisariani mit 25,7 Prozent, Neo Psychiko mit 21,8 Prozent und das Athener Zentrum mit 19,1 Prozent.
Am teuersten wohnt man in Vouliagmeni mit 22,4 Euro pro Quadratmeter, gefolgt von Kolonaki–Lykavittos und Palaio Psychiko mit je 18 Euro. Die Gemeinde Athen liegt im Schnitt bei 12,2 Euro, die südlichen Vororte mit 13,5 Euro an der Spitze des Landes. Am günstigsten sind Agios Stefanos, Kamatero, Perama und Acharnes. Die griechische Zentralbank warnt, dass die steigenden Mieten den Haushalten den Zugang zum Wohnungsmarkt erschweren, und empfiehlt mehr Wohnungsangebot sowie Anreize, leerstehende Wohnungen wieder auf den Markt zu bringen.
Die Stimmung vor Ort
Die Zeitung Oikonomikos Tachydromos bezeichnet die Wohnungskrise als eines der wichtigsten wirtschaftlichen und sozialen Themen für griechische Haushalte. Dass gerade das Zentrum und einst günstige Quartiere wie Kaisariani so stark anziehen, trifft jene, die in der Stadt arbeiten und dort wohnen wollen.
Wie gross der Druck ist, zeigt ein Vergleich, den Eleftheros Typos gezogen hat: Im europäischen Vergleich sind die Athener Mieten zwar tief, doch wegen der niedrigen Einkommen gelten sie für Durchschnittsverdiener als kaum erreichbar. Eine Einzimmerwohnung im Zentrum verschlingt laut einer dort zitierten Auswertung rund 64 Prozent eines Durchschnittseinkommens.
Hinzu kommen weitere Kosten. Das Portal odelalis.gr verweist auf Umfragen, in denen die Teuerung regelmässig zu den Hauptsorgen der Bevölkerung zählt und ein bedeutender Teil angibt, die eigene finanzielle Lage habe sich im letzten Jahr verschlechtert. Mieterhaushalte geben laut der Statistikbehörde ELSTAT fast ein Viertel ihres Monatsbudgets fürs Wohnen aus.
Stimmen aus den Medien
Quellen
- Oikonomikos Tachydromos (ot.gr): Mieten: Wo und wie stark die Preise gestiegen sind
- Eleftheros Typos: Teuer für Griechenland, günstig für Europa: die Mieten in Athen
- odelalis.gr: Teuerung 2026: Mieten, Treibstoff und Lebensmittel zehren am Einkommen
Dieser Artikel wurde aus lokalen Quellen in der Landessprache neu geschrieben. Jede Aussage zur Stimmung stützt sich auf die verlinkten Berichte.