Höchstens 45 Baht pro Bahnfahrt: Bangkoks Pendler hoffen – Rabbit-Karten-Nutzer ärgern sich
Thailands Verkehrsministerium wollte dem Kabinett am Montag 5,85 Milliarden Baht beantragen, damit eine Fahrt über acht Bahnlinien Bangkoks ab 2027 höchstens 45 Baht kostet. Für Pendler mit vielen Umstiegen wäre das eine Entlastung – doch wer mit der beliebten Rabbit-Karte zahlt, bleibt vorerst aussen vor.
Was passiert ist
Das Verkehrsministerium wollte am 26. Oktober beim Kabinett rund 5,85 Milliarden Baht aus der Zentralreserve beantragen. Damit sollen die Betreiber von acht Bahnlinien im Grossraum Bangkok – darunter die Grüne, Blaue, Lila und Rote Linie sowie der Airport Rail Link – ein Jahr lang entschädigt werden. Vom 1. Januar bis 31. Dezember 2027 soll eine Fahrt zwischen 17 und 45 Baht kosten, die Einstiegsgebühr nur noch einmal anfallen, auch beim Umsteigen. Das Prinzip hatte das Kabinett bereits im Juni gutgeheissen; ob es nun auch das Geld freigab, war bei Redaktionsschluss nicht bestätigt.
Die Vergünstigung gilt nur für thailändische Staatsangehörige. Sie müssen eine kontaktlose Bankkarte von Visa oder Mastercard in der staatlichen App Paotang registrieren, zahlen zunächst den vollen Preis und erhalten die Differenz innert drei Tagen zurück. Die Registrierung soll im Dezember beginnen. Die verbreitete Rabbit-Karte ist vorerst ausgeschlossen, weil ihr System laut der Krungthai Bank die nötigen Standards noch nicht erfüllt.
Zugleich wird das 40-Baht-Tagesticket für die Rote und die Lila Linie bis Ende 2027 verlängert. Seit dessen Einführung stieg die Zahl der Fahrten auf beiden Linien zusammen um gut 121 Prozent, so das Ministerium.
Die Stimmung vor Ort
Die Regierung begründet das Vorhaben mit steigenden Energiepreisen und Lebenshaltungskosten: Bahnfahrten seien für viele Haushalte eine grosse Last, vor allem wegen der mehrfachen Einstiegsgebühren beim Umsteigen. Wie gross der Druck ist, zeigt eine Kolumne der Zeitung Naewna vom Montag: Die Löhne stagnierten, während Preise kaum je sinken – ein Sammeltaxi an der Srinakarin-Strasse koste inzwischen 15 statt 10 Baht, ein Reisgericht 55 statt 50 Baht.
Ärger löste vor allem die Kartenfrage aus. Das Portal News1Live titelte, die Bangkoker seien genervt, dass ihre Rabbit-Karte ab Januar nicht für den günstigen Tarif taugt. Das Ministerium will auf der Grünen Linie deshalb eigene Durchgänge und fünf bis sechs zusätzliche Lesegeräte pro Station für Bankkarten einrichten, um Gedränge zu vermeiden.
Auch grundsätzliche Kritik ist zu hören: Ein Verkehrsfachmann stellte laut Naewna öffentlich in Frage, ob der Tarif die Kosten wirklich senkt oder vor allem mit Steuergeld Fahrpreise subventioniert. Das Ministerium hält dagegen, dass mehr Fahrgäste die Kosten senken und das Budget womöglich nicht ganz ausgeschöpft wird.
Stimmen aus den Medien
Die Vergünstigung gilt nur für thailändische Staatsangehörige mit registrierter Bankkarte – Reisende aus der Schweiz zahlen in Bangkoks Bahnen auch 2027 weiterhin die regulären Tarife.
Quellen
- Daily News: Registrierung für 17–45-Baht-Tarif nur mit EMV-Karte
- Naewna: Verkehrsministerium bringt 5,85 Milliarden Baht für Bahntarif ins Kabinett
- Krungthep Turakij (Bangkok Biznews): Ministerium erklärt 5,85 Milliarden Baht für ein Jahr Tarifsenkung
- News1Live: Bangkoker verärgert: Rabbit-Karte gilt nicht für 17–45 Baht
- Naewna: Kolumne: Preise steigen, Löhne nicht
Dieser Artikel wurde aus lokalen Quellen in der Landessprache neu geschrieben. Jede Aussage zur Stimmung stützt sich auf die verlinkten Berichte.