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Dienstag, 27. Oktober 2026
Hanoi · Vietnam · Wirtschaft Quellen: Vietnamesisch

BigBang in Hanoi: 90'000 Fans feiern – und zahlen Schwarzmarktpreise, während das Land spart

Zwei ausverkaufte Konzerte der K-Pop-Band BigBang haben das Mỹ-Đình-Stadion in Hanoi am Wochenende in ein Lichtermeer verwandelt. Viele Fans gaben Millionen Đồng für Tickets und Reisen aus – obwohl Statistiken zeigen, dass die Vietnamesen im Alltag vorsichtiger einkaufen und mehr sparen.

Weltpuls-Redaktion · · Lesezeit 3 Min.
Stimmung im LandFreude
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Was passiert ist

Die südkoreanische Band BigBang hat am 24. und 25. Oktober zum ersten Mal mit einer offiziellen Tournee in Vietnam gespielt. Laut den Veranstaltern kamen an den zwei Abenden im Nationalstadion Mỹ Đình rund 90'000 Menschen, allein am ersten Abend waren es nach Angaben von Tuổi Trẻ etwa 45'000. G-Dragon, Taeyang und Daesung feiern mit der Welttournee das 20-jährige Bestehen der Gruppe; die Shows dauerten jeweils fast drei Stunden.

Offiziell kosteten Sitzplätze zwischen rund einer und 3,5 Millionen Đồng, das teuerste VIP-Paket 10,5 Millionen. Auf dem Schwarzmarkt wurden laut VnExpress Paare der günstigeren Kategorie für rund 27 Millionen Đồng angeboten, VIP-Paare für bis zu 75 Millionen. Für den zweiten Abend setzten die Organisatoren fast 2000 Sicherheitskräfte ein.

Gleichzeitig meldete VnExpress, dass der Konsum in Vietnam zwar nominal um 13,4 Prozent gewachsen ist, real aber nur um 7,8 Prozent – also klar langsamer als die Wirtschaft insgesamt. Im Online-Handel stieg der Umsatz vor allem wegen höherer Preise, die Zahl der verkauften Artikel blieb seit vier Quartalen nahezu gleich. Die Teuerung lag in den ersten neun Monaten im Schnitt bei 4,52 Prozent.

Die Stimmung vor Ort

Im Stadion herrschte Ausgelassenheit und Nostalgie. Zehntausende sangen die alten Hits mit, beim Lied «Haru Haru» brach laut VnExpress der grösste Jubel aus; einige langjährige Fans weinten bei den Balladen. Als die Musiker ein paar Worte Vietnamesisch sprachen und am Ende auf der Bühne niederknieten, um sich zu bedanken, reagierte das Publikum begeistert. Nach dem ersten Konzert wollten viele nicht nach Hause und sangen vor dem Stadion weiter.

Schon vor den Toren war das Wochenende ein Fest: Fans kamen aufwendig geschminkt und in Outfits im Stil von G-Dragon, manche hatten dafür stundenlang beim Visagisten gesessen. Ein Fan aus Huế gab für Tickets, Unterkunft und Reise laut VnExpress über 20 Millionen Đồng aus.

Doch nicht alle konnten mitfeiern. Wer kein Ticket hatte, ärgerte sich über die Preise der Schwarzhändler. Einige warteten bis kurz vor Konzertbeginn auf günstigere Angebote, andere verzichteten bewusst und erlebten die Stimmung vor dem Zaun – am ersten Abend tanzten und sangen dort Hunderte mit.

Abseits des Stadions ist der Alltag nüchterner. Experten sagen in VnExpress, die Menschen hörten nicht auf zu konsumieren, kauften aber kontrollierter ein und legten mehr zur Seite – aus Unsicherheit über ihre künftigen Jobs und Einkommen.

Stimmen aus den Medien

VnExpress · HanoiDie Zeitung beschreibt die beiden Abende als warmes, nostalgisches Fest, berichtet aber ebenso ausführlich über die überrissenen Schwarzmarktpreise und die frustrierten Fans ohne Ticket.
Tuổi Trẻ · Ho-Chi-Minh-StadtTuổi Trẻ betont die emotionale Nähe zwischen Band und Publikum und berichtet, dass internationale Gäste über die Energie der vietnamesischen Fans gestaunt hätten.
Chosun Ilbo (zitiert von Tiền Phong) · SeoulDie koreanische Zeitung sieht Vietnam dank wachsender Kaufkraft als aufstrebenden K-Pop-Markt; Tiền Phong mahnt, ein erfolgreiches Konzert garantiere noch keine regelmässigen Grossanlässe.

Quellen

Dieser Artikel wurde aus lokalen Quellen in der Landessprache neu geschrieben. Jede Aussage zur Stimmung stützt sich auf die verlinkten Berichte.