Streit um Mautabzug: Mexikos Lastwagenbranche streikt – Zufahrten zur Hauptstadt betroffen
Der Transportverband Canacar hat für Montag einen unbefristeten landesweiten Streik ausgerufen. Auslöser ist eine Steueränderung beim Abzug von Mautgebühren, dazu kommen Klagen über Überfälle und Erpressung auf den Fernstrassen. Rund um Mexiko-Stadt kam es zu Teilblockaden – doch die Branche ist sich selbst nicht einig, und die Regierung spielt die Folgen herunter.
Was passiert ist
Der Güterverkehrsverband Canacar rief für Montag, 26. Oktober, zu einem unbefristeten nationalen Ausstand auf, unterstützt unter anderem von den Organisationen Fematrac, Hamotac und Indeco. Ab dem frühen Morgen sammelten sich Lastwagen in zahlreichen Bundesstaaten. Im Grossraum der Hauptstadt meldete Infobae eine teilweise Blockade der Autobahn México–Pachuca sowie Aktionen an Zufahrten wie México–Querétaro, México–Toluca, am Circuito Exterior Mexiquense und Richtung Texcoco und Chalco; in Toluca staute sich der Verkehr auf dem Paseo Tollocan.
Kern des Streits ist laut Chilango eine Anpassung bei der Einkommenssteuer: Die Umsatzgrenze, bis zu der Unternehmen Mautkosten steuerlich abziehen dürfen, soll von 300 auf 250 Millionen Pesos sinken. Die Regierung rechnet vor, dies betreffe nur 170 von 2580 Firmen der Branche, 94 Prozent behielten den Vorteil; 2025 habe der Sektor Steuererleichterungen von rund 115 Milliarden Pesos erhalten. Zudem fordern die Transporteure mehr Sicherheit auf den Strassen, Regeln für Abschlepp- und Verwahrgebühren sowie Änderungen am Einnahmengesetz 2027.
Für Montagvormittag war ein Treffen mit dem Finanz- und dem Innenministerium angesetzt. Präsidentin Claudia Sheinbaum betonte, die Massnahme treffe nur einen sehr kleinen Teil der Branche; Innenministerin Rosa Icela Rodríguez rief dazu auf, auf Blockaden zu verzichten. Das Ergebnis der Gespräche war bei Redaktionsschluss nicht bekannt.
Die Stimmung vor Ort
In der Branche selbst herrscht keine Einigkeit. Der Verband Antac zog seine Unterstützung zurück, weil die Ziele des Streiks nicht klar definiert seien, und laut Innenministerium hat die Mehrheit der Organisationen das Gesprächsangebot angenommen. Canacar hielt dennoch am Aufruf fest; Verbandspräsident Augusto Ramos Melo sagte, der Sektor brauche Lösungen, um weiterarbeiten zu können, und erwarte einen Dialog mit konkreten Ergebnissen.
Der Unmut reicht über die Steuerfrage hinaus: Unsicherheit auf den Strassen, Überfälle, Erpressungen und die Kosten des Warentransports zählen zu den zentralen Klagen der Fahrer. Die meisten Gruppen betonten, friedlich zu protestieren – mit Lastwagen auf dem Seitenstreifen oder langsamen Kolonnen statt Vollsperrungen.
Für Pendelnde und Reisende im Grossraum Mexiko-Stadt bedeutete der Tag vor allem Ungewissheit: Medien rieten, vor der Fahrt die Meldungen der Nationalgarde und des Autobahnbetreibers Capufe zu prüfen. Die Regierung versichert, die Steueranpassung werde weder Waren verteuern noch den Verkehr auf den Bundesstrassen in die Hauptstadt beeinträchtigen.
Stimmen aus den Medien
Quellen
- Infobae México: Blockaden der Transportunternehmer am 26. Oktober: betroffene Strassen
- Infobae México: Live: Blockaden und Kundgebungen am 26. Oktober
- Chilango: Transportunternehmer vereinbaren Treffen mit Regierung, Canacar hält an Streik fest
Dieser Artikel wurde aus lokalen Quellen in der Landessprache neu geschrieben. Jede Aussage zur Stimmung stützt sich auf die verlinkten Berichte.