Marine Corps Marathon: Major King siegt erneut – und Läufer bangen um ihre Runde am Hains Point
Knapp 30'000 Menschen sind am Sonntag beim 51. Marine Corps Marathon durch Washington gelaufen. Marineinfanterist Kyle King gewann zum dritten Mal in Folge, bei den Frauen siegte Kaylee Slade. Am Streckenrand herrschte Volksfeststimmung – doch in der Laufszene wächst die Sorge um die Uferstrasse am Hains Point, die einem Golfprojekt des Präsidenten weichen könnte.
Was passiert ist
Der 51. Marine Corps Marathon startete am Sonntagmorgen, 25. Oktober, in Arlington (Virginia), führte an den Wahrzeichen der Hauptstadt vorbei und endete beim Marine-Corps-Denkmal in Rosslyn. Laut DC Media Group gingen knapp 30'000 Läuferinnen und Läufer auf die Strecke; es dauerte über eine halbe Stunde, bis alle die Startlinie überquert hatten. Erstmals wurden die Teilnehmenden nach ihrer erwarteten Zielzeit in Startblöcke eingeteilt. Den Startschuss gab der Kommandant des Marine Corps, General Eric M. Smith.
Bei den Männern gewann Major Kyle King, ein aktiver Marineinfanterist aus Nord-Virginia, in 2:17:31 Stunden – sein dritter Sieg in Serie und der vierte insgesamt. Bei den Frauen war Kaylee Slade nach rund 2:44 Stunden im Ziel. Das Handbike-Rennen entschied der Marine-Veteran Zachary Stinson für sich, für den der Lauf eine besondere Bedeutung hat: 2012 war er sein allererster Marathon. Der Tag begann kühl, später setzte sich die Sonne durch.
Im Hintergrund schwelt ein Konflikt um eine traditionelle Laufstrecke der Stadt: Die knapp fünf Kilometer lange Ohio-Drive-Schleife am Hains Point im East Potomac Park gehört zum Marathon und zum Cherry-Blossom-Lauf. Präsident Donald Trump will den dortigen öffentlichen Golfplatz zu einem Meisterschaftsplatz umbauen und hat angekündigt, den Park ab November für rund 15 Monate zu schliessen. Laut NPR prüfen Veranstalter bereits Ausweichrouten für das kommende Jahr. Die Regierung betont, der Platz bleibe öffentlich und solle grosse Turniere anziehen; Denkmalschützer und Golfer haben geklagt, und eine Bundesrichterin hatte weitere Baumfällungen vorläufig untersagt.
Die Stimmung vor Ort
Entlang der Strecke, etwa am Potomac-Ufer und in Georgetown, standen Zuschauerinnen und Zuschauer mit selbstgemalten Schildern und feuerten an. Marines klatschten die Teilnehmenden am Start, unterwegs und im Ziel ab, die Marine Corps Band spielte, und vier Osprey-Kipprotorflugzeuge überflogen das Feld mit einem Flügelgruss. Der Lokalsender NBC4 bewirbt das Rennen als Marathon des Volkes.
Als besonders bewegend beschreibt NBC4 die sogenannte Blue Mile bei etwa Meile 12, wo Fotos gefallener Armeeangehöriger die Strecke säumen. Siegerin Slade sagte, das Rennen sei hart, aber inspirierend gewesen, und hob die Veteranen und Soldaten hervor, denen sie unterwegs begegnet sei; sie könne sich vorstellen, nächstes Jahr wiederzukommen. King meinte, der Druck werde mit jedem Titel eher grösser als kleiner.
In der Laufszene mischt sich die Freude mit Sorge. Für viele ist die Schleife am Hains Point täglicher Trainingsort; ein Renndirektor warnte gegenüber NPR, ohne diese Strasse würden täglich Hunderte bis Tausende Menschen etwas verlieren. Läuferinnen, Velofahrer und Vogelbeobachter organisieren Kundgebungen und Spaziergänge. Die Regierung hingegen bezeichnet den bestehenden Platz als heruntergekommen und verspricht einen Ort von Weltklasse, der der Öffentlichkeit offenstehe.
Stimmen aus den Medien
Quellen
- NBC4 Washington: King und Slade gewinnen den Marine Corps Marathon 2026
- Stars and Stripes: Tausende laufen beim 51. Marine Corps Marathon an Washingtons Wahrzeichen vorbei
- DC Media Group: Rund 30 000 Starter beim 51. Marine Corps Marathon
- NBC4 Washington: Blue Mile: Gedenken an gefallene Soldaten während des Marathons
- NPR (via OPB): Trumps Golfpläne für East Potomac alarmieren Läufer, Velofahrer und Vogelschützer
- Newsweek: Die Änderungen im neuen Golfplan für East Potomac Park
Dieser Artikel wurde aus lokalen Quellen in der Landessprache neu geschrieben. Jede Aussage zur Stimmung stützt sich auf die verlinkten Berichte.