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Dienstag, 27. Oktober 2026
Wellington · Neuseeland · Wirtschaft Quellen: Englisch, Māori

Wellingtons neue Wasserrechnung: Wer zahlen will, kann oft nicht – und wer kann, bangt vor der nächsten

In Wellington hängen Hunderte Daueraufträge für die neue Wasserrechnung in der Warteschleife, während bereits die zweite Rechnung verschickt wird. Pensionierte und Haushalte mit knappem Budget fürchten, dass sich die Kosten nun auf weniger Monate ballen – und dass die Preise weiter steigen.

Weltpuls-Redaktion · · Lesezeit 3 Min.
Stimmung im LandSorge
Unsicherheit Gelassenheit

Was passiert ist

Seit Juli bezahlen Haushalte in Wellington, Lower und Upper Hutt sowie Porirua ihr Wasser nicht mehr über die Gemeindesteuern, sondern mit einer separaten Rechnung der neuen regionalen Wasserbehörde Tiaki Wai. Im Durchschnitt steigen die Kosten in diesem Jahr um rund 13,3 Prozent auf etwa 2390 neuseeländische Dollar pro Jahr. Prognosen zufolge könnten die Rechnungen in zehn Jahren 6000 Dollar übersteigen.

Wie RNZ am Montag berichtete, sind Hunderte Lastschriftaufträge noch immer nicht eingerichtet. Tiaki Wai führt das vor allem auf unvollständige oder fehlerhafte Formulare zurück und spricht von Anlaufschwierigkeiten; die ausstehenden Beträge sollen auf die restlichen Monate des Geschäftsjahres verteilt werden. Bereits Mitte Oktober war bekannt geworden, dass gut 30'000 Kundenkonten – 18,5 Prozent – die erste Quartalsrechnung noch nicht beglichen hatten; offen waren rund 21 Millionen Dollar. Ab Ende Oktober gehen die zweiten Rechnungen hinaus.

Vorerst gibt es keine Verzugsgebühren, und niemandem wird das Wasser abgestellt. Die Wettbewerbsbehörde will die Preise nicht deckeln, weil die Bezahlbarkeit nicht in ihren Auftrag falle, und die Regierung lehnt staatliche Gelder für Wellingtons über Jahrzehnte vernachlässigte Leitungen ab.

Die Stimmung vor Ort

Eine Rentnerin erzählte RNZ, sie habe ihr Lastschriftformular schon im August eingereicht, um ihre rund 2500 Dollar Jahreskosten gleichmässig zu verteilen. Nun müsse sie den Betrag in acht bis neun Monaten stemmen, was ihre Budgetplanung durcheinanderbringe; manche würden das gar nicht schaffen. Sie vermutet, dass viele nicht aus Unwillen im Rückstand seien, sondern weil die Systeme nicht bereit gewesen seien. RNZ erhielt weitere Zuschriften von Menschen, die bezahlen wollen, es aber wegen der Verzögerungen nicht können.

Eine Budgetberaterin in Porirua schilderte, dass Mietende mit höheren Mieten wegen der Wasserkosten rechnen müssen und dafür oft beim Essen sparen. Pensionierte könnten die diesjährige Erhöhung meist noch tragen, sorgten sich aber um die kommenden Jahre und schöben teilweise Reparaturen am Haus auf. Knapp 500 Kundinnen und Kunden haben bei Tiaki Wai bereits finanzielle Schwierigkeiten gemeldet.

Schon bei den ersten Rechnungen im August hatten Haushalte gegenüber 1News nachgerechnet und teils deutliche Mehrkosten festgestellt; ein Hausbesitzer aus Lower Hutt sprach von einem Gefühl der Hilflosigkeit, ein Paar aus Petone nannte die Abbuchungen alarmierend. Im August zogen rund 300 Menschen aus Protest gegen die Wasserpreise durch die Innenstadt.

Bürgermeister Andrew Little zeigt Verständnis für die Behörde: Zehntausende Konten auf ein komplett neues System umzuziehen, habe zwangsläufig Probleme mit sich gebracht. Zugleich erwartet er, dass der Druck auf die Regierung steigt, ihre Wasserreform nachzubessern.

Stimmen aus den Medien

RNZ · WellingtonRadio New Zealand rückt die Haushalte ins Zentrum, die bezahlen wollen, aber an der Technik scheitern, und lässt die Behörde die Verzögerungen als Anfangsprobleme erklären.
1News · AucklandDer Sender dokumentierte schon beim Start der Rechnungen, wie Haushalte ihre neuen Gesamtkosten nachrechneten und spürbare Mehrbelastungen feststellten.

Quellen

Dieser Artikel wurde aus lokalen Quellen in der Landessprache neu geschrieben. Jede Aussage zur Stimmung stützt sich auf die verlinkten Berichte.