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Dienstag, 27. Oktober 2026
Brasília · Brasilien · Wirtschaft Quellen: Portugiesisch

Dollar springt um 8 Prozent: Nach Lulas Sieg rechnen Brasiliens Reisende und Sparer neu

Am Tag nach Lulas Wiederwahl erlebte Brasilien den heftigsten Marktschock seit Jahren: Der Dollar stieg so stark wie seit 1999 nicht mehr, die Börse verlor fast 14 Prozent. In Wechselstuben und Reisebüros herrscht vor allem Unsicherheit darüber, wie teuer das Ausland nun wird.

Weltpuls-Redaktion · · Lesezeit 2 Min.
Stimmung im LandUnsicherheit
Sorge

Was passiert ist

Am Montag, 26. Oktober, schloss der Dollar bei 5,40 Reais – ein Plus von 8,21 Prozent und laut Guia do Investidor der grösste Tagesanstieg seit Januar 1999. Am Morgen hatte er zeitweise mehr als 5,60 Reais gekostet. Die Börse B3 setzte den Handel kurz nach Eröffnung für 30 Minuten aus, erstmals seit März 2020; der Leitindex Ibovespa schloss 13,88 Prozent tiefer bei 176'608 Punkten.

Viele Anleger hatten auf einen Sieg von Flávio Bolsonaro und eine strengere Ausgabenpolitik gesetzt. Lula gewann die Stichwahl jedoch mit 51,79 Prozent der gültigen Stimmen. Laut InfoMoney fürchten Investoren, dass das Haushaltsloch bleibt und ein kritischer Kongress das Regieren erschwert. Der Staatsschatz sagte geplante Anleihe-Auktionen dieser Woche ab und kaufte Staatspapiere zurück, um die Zinsen zu beruhigen.

Finanzminister Dario Durigan kündigte an, die Regierung wolle noch in diesem Jahr Gesetz oder Verfassung anpassen, um das Haushaltsziel genauer zu erreichen.

Die Stimmung vor Ort

Für Reisende kam der Schock direkt am Schalter an: In Wechselstuben in São Paulo und Rio de Janeiro kostete der Tourismus-Dollar am Montag zwischen 5,77 und 5,89 Reais, der Euro mehr als 6,50 Reais – rund 7 bis 10 Prozent mehr als noch am Freitag, wie Brasil em Folhas berichtet. Ein Mitarbeiter einer Wechselstube in Rio sprach von einem «enormen» Unterschied und riet, Devisen vorerst nur in Etappen zu kaufen.

In der Tourismusbranche sorgt man sich weniger um die Höhe des Kurses als um das Hin und Her. Ein Ökonom des Handelsverbands FecomercioSP erklärte dem Fachportal Panrotas, ständige Kurssprünge bremsten die Nachfrage ebenso wie ein hoher Kurs, weil Familien ihre Reisekosten nicht mehr planen könnten und Ferien eher verschieben. Teurer werden könnten zudem Kerosin, Diesel und Benzin – und damit Flüge, Busreisen und Mietwagen.

An der Börse traf es Banken und Detailhändler am härtesten, während Exporteure wie Suzano und Vale zulegten, weil sie in Dollar verdienen. Ein Vermögensverwalter sagte InfoMoney, die Fortsetzung der Regierung allein führe nicht zu einem dauerhaften Absturz – entscheidend seien die nächsten Haushaltsentscheide.

Stimmen aus den Medien

InfoMoney · São PauloSieht den Ausverkauf als Reaktion von Anlegern, die auf einen Machtwechsel gesetzt hatten, und richtet den Blick auf die Haushaltspolitik der neuen Amtszeit.
Guia do Investidor · São PauloOrdnet den Montag historisch ein: grösster Dollaranstieg seit 1999, schlechtester Börsentag seit Beginn der Pandemie.
Panrotas · São PauloWarnt, dass vor allem die Unberechenbarkeit des Kurses die Reiselust der Brasilianerinnen und Brasilianer dämpfen könnte.

Quellen

Dieser Artikel wurde aus lokalen Quellen in der Landessprache neu geschrieben. Jede Aussage zur Stimmung stützt sich auf die verlinkten Berichte.

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