Kyjiw: Raketen am Montagabend nach einer Nacht voller Drohnen – Sanitäter unter Beschuss
Nach einer Nacht mit Drohnen- und Marschflugkörperangriffen ist Kyjiw am Montagabend erneut mit ballistischen Raketen angegriffen worden. Ein Rettungsteam wurde getroffen, es gibt nach ersten Angaben Opfer. In der Hauptstadt wächst seit Wochen die Erschöpfung, viele Familien fragen sich, ob sie bleiben sollen.
Was passiert ist
Am Montagabend gegen 21.45 Uhr Ortszeit waren in Kyjiw mehrere Explosionen zu hören, Minuten nachdem die Luftwaffe vor anflugenden ballistischen Raketen gewarnt hatte. Laut Bürgermeister Vitali Klitschko gab es Einschläge in mehreren Bezirken, unter anderem in der Nähe einer Metrostation im Bezirk Desnjanskyj. Obozrevatel meldete gegen 22.40 Uhr nach vorläufigen Angaben eine getötete Person sowie fünf Verletzte, die ins Spital gebracht wurden. Die Behörden waren noch mit der Lageerfassung beschäftigt.
Ein Rettungswagen, der zu einem Einsatz unterwegs war, geriet unter Beschuss. Zwei Mitglieder der Besatzung wurden laut ersten Angaben nicht lebensgefährlich verletzt und arbeiteten weiter. In einer Klinik im Bezirk Dniprowskyj gingen Fenster der Intensivstation zu Bruch, verletzt wurde dort niemand. Bereits in der Nacht zuvor hatte Russland Kyjiw und Umgebung stundenlang mit Drohnen und Marschflugkörpern angegriffen; laut Znaj waren danach mehrere tausend Haushalte vorübergehend ohne Strom, Reparaturteams arbeiteten im Eilverfahren.
Die Stimmung vor Ort
Der Angriff trifft eine Stadt, die seit Wochen kaum zur Ruhe kommt. Der Kyiv Independent berichtete vergangene Woche, dass Luftalarme seit über einem Monat einen Grossteil des Tages bestimmen; am 30. September dauerte der Alarm über 20 Stunden. Kyjiw gleiche zunehmend den Städten nahe der Front, und mit dem Winter wachse die Angst vor Angriffen auf die Infrastruktur, die Heizung, Strom und Wasser tagelang lahmlegen könnten.
Mütter schilderten der Zeitung, wie sie mit kleinen Kindern Nächte in der Metro verbrachten, weil ihr Haus keinen Schutzraum hat, oder wie ein Kind im Kindergarten bei Alarm fast den ganzen Tag unter der Erde war. Einige sind in die Westukraine gezogen, andere bleiben, haben aber vorsorglich Generatoren gekauft oder Papiere für eine mögliche Ausreise erneuert. Eine Familie verzichtete auf Geburtstagsfeiern in Einkaufszentren wegen der Drohnengefahr.
Wie belastet auch die Verteidiger sind, zeigt eine Reportage des Kyiv Independent über die Flugabwehr rund um die Hauptstadt: Die Teams kämpfen gegen neue, düsengetriebene Drohnen, die so schnell sind, dass oft nur Sekunden zum Reagieren bleiben, und leisten Schichten von bis zu 20 Stunden.
Stimmen aus den Medien
Quellen
- Kyiv Independent: Sanitäter geraten unter Beschuss, als ballistische Raketen Kyjiw treffen
- Obozrevatel: Russland greift Kyjiw mit ballistischen Raketen an, Einschlag bei Metrostation
- Znaj: Abwehr des nächtlichen Angriffs auf Kyjiw und Behebung der Stromausfälle
- Kyiv Independent: Bleiben oder fliehen? Kyjiwer Mütter ringen um die Sicherheit ihrer Kinder
Dieser Artikel wurde aus lokalen Quellen in der Landessprache neu geschrieben. Jede Aussage zur Stimmung stützt sich auf die verlinkten Berichte.