«Löscht die Brände»: Perus Generation Z trägt ihren Zorn über Erpressung und Feuer durch Lima
Rund tausend vorwiegend junge Menschen sind am Samstagabend durch Limas Altstadt gezogen. Sie werfen der Regierung von Keiko Fujimori vor, bei Erpressungen, Waldbränden und steigenden Preisen zu versagen.
Was passiert ist
Ab 16 Uhr versammelten sich die Teilnehmenden auf der Plaza San Martín, eine Stunde später zog der Marsch über den Jirón de la Unión sowie die Avenidas Grau und Abancay durch das historische Zentrum. Aufgerufen hatte die Bewegung «Generación Z»; dabei waren Studierende der Universitäten San Marcos und Católica, Gewerkschaften, Menschenrechtsgruppen und Angehörige von Menschen, die bei den Protesten 2022 und 2023 ums Leben kamen. Das Portal El Búho zählte rund tausend Personen.
Die Forderungen: entschlossenes Vorgehen gegen Schutzgelderpressung und Auftragsmorde, die vor allem Transportarbeiter treffen, eine wirksame Antwort auf die Waldbrände, Entlastung bei den Lebenskosten, eine Polizeireform und Gerechtigkeit für die Toten von 2022/23. Nach Behördenzahlen, die teleSUR zitiert, lösten die Brände 479 Notfälle in 16 Regionen aus, mit 12 Toten und über 13'800 Hektaren verbrannter Naturfläche.
Die Polizei hinderte die Demonstrierenden daran, bis vor den Kongress zu ziehen. Zu Ausschreitungen kam es nach den Berichten nicht; der Marsch endete gegen 22 Uhr. Eine offizielle Reaktion der Regierung auf den Protest verzeichnen die Berichte nicht.
Die Stimmung vor Ort
Mit Fahnen und Transparenten forderten die Teilnehmenden «Apaguen los incendios» – löscht die Brände – und eine dringende Polizeireform. Sprechchöre richteten sich direkt gegen Präsidentin Fujimori, dazu kam der Ruf, ohne Kampf gebe es keinen Sieg.
Wie bitter viele die Krisenbewältigung erleben, zeigt eine Stimme, die Correo festhielt: Eine junge Frau sagte sinngemäss, erst der Regen habe die Brände gelöscht. Angehörige der Toten von 2022 und 2023 trugen Fotos ihrer Liebsten mit und prangerten anhaltende Straflosigkeit an.
Der Ton der Berichte unterscheidet sich: Correo und El Búho beschreiben einen friedlichen, entschlossenen Protest, die linke Plattform teleSUR rahmt ihn deutlich als Abrechnung mit der Regierung.
Stimmen aus den Medien
Quellen
- Correo: «Generation Z» marschiert in Lima gegen Erpressung, Waldbrände und Teuerung
- El Búho: Marsch der Generation Z: gegen Kriminalität, für Brandschutz, gegen die Regierung Fujimori
- Resumen Latinoamericano (nach teleSUR): Perus Jugend marschiert in Lima gegen Fujimori
Dieser Artikel wurde aus lokalen Quellen in der Landessprache neu geschrieben. Jede Aussage zur Stimmung stützt sich auf die verlinkten Berichte.