Eastleigh-Einsturz: Nairobis Familien warten seit vier Tagen an den Trümmern
Seit am Freitag in Nairobis Geschäftsviertel Eastleigh ein Rohbau eingestürzt ist, harren Angehörige Tag und Nacht an der Unglücksstelle aus. Vier Menschen wurden lebend geborgen, doch wie viele noch unter den Trümmern liegen, ist unklar.
Was passiert ist
Am Freitag, 23. Oktober, stürzte an der 9th Street in Eastleigh ein mehrstöckiges Gebäude ein, das sich noch im Bau befand. Laut The Star waren 67 Bauarbeiter vor Ort; Innenminister Kipchumba Murkomen erklärte, alle seien in Sicherheit, einer davon verletzt. Im Erdgeschoss und im Untergeschoss waren jedoch elf Läden in Betrieb.
Bis Sonntag wurden vier Überlebende geborgen und ins Spital gebracht. Rettungskräfte, darunter Spezialteams, suchen vor allem im Untergeschoss, wo mehrere Menschen Schutz gesucht haben sollen. Laut Regierungssprecher Charles Owino war am Montag rund die Hälfte des Schutts abgetragen. Eine vollständige, aktuelle Zahl der Vermissten haben die Behörden laut Capital FM nicht vorgelegt.
Die Generalstaatsanwaltschaft hat die Kriminalpolizei beauftragt zu prüfen, ob Bauherr, Unternehmer oder Beamte der Stadt fahrlässig gehandelt haben. Gouverneur Johnson Sakaja sagte, das Gebäude habe eine Baubewilligung, aber keine Bezugsbewilligung gehabt.
Die Stimmung vor Ort
An der Unglücksstelle bestimmt das Warten den Alltag. Angehörige verbringen seit Freitag Tage und Nächte am Absperrband, hoffen bei jedem Lagebericht auf gute Nachrichten und stützen einander. Eine Frau, deren Schwester zum Stoffeinkauf in eines der Geschäfte gegangen war, erzählte The Eastleigh Voice, die Familie bete für einen Durchbruch.
Viele empfinden die Bergung als zu langsam, haben aber Verständnis dafür, dass die Rettungsteams vorsichtig arbeiten müssen. Frust löst vor allem aus, dass nur wenige Angehörige in der Nähe bleiben dürfen. Laut Eastleigh Voice hatten die Behörden zudem zwei Tage lang keine neuen Informationen herausgegeben.
Unklar ist auch, wie viele Menschen betroffen sind: Den Familien war zunächst von etwa sieben Eingeschlossenen die Rede, doch Angehörige befürchten inzwischen deutlich mehr, weil laufend neue Vermisstenmeldungen eingehen. Die Swahili-Zeitung Taifa Leo titelte am Sonntag mit der bangen Frage, wie viele noch gerettet werden. Die Sunday Nation sprach von Händlern der Straflosigkeit und stellte die Bauaufsicht in Nairobi in Frage.
Stimmen aus den Medien
Quellen
- The Eastleigh Voice: Familien bitten um Antworten nach dem Einsturz in Eastleigh
- The Star: Vier Personen aus eingestürztem Gebäude in Eastleigh gerettet
- Capital FM (via AllAfrica): Vier Überlebende im Spital, Rettung geht weiter
- Ghanamma (Presseschau: Taifa Leo, Sunday Nation): Kenias Sonntagszeitungen vom 25. Oktober 2026
Dieser Artikel wurde aus lokalen Quellen in der Landessprache neu geschrieben. Jede Aussage zur Stimmung stützt sich auf die verlinkten Berichte.