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Dienstag, 27. Oktober 2026
Seoul · Südkorea · Nachrichten Quellen: Koreanisch

Nach 50 Jahren keine Autos mehr: Seoul nimmt Abschied von der Jamsu-Brücke – mit Wehmut und Stausorgen

Seit Montag um Mitternacht dürfen keine Autos mehr über die Jamsu-Brücke am Han-Fluss fahren – Seoul baut sie zur ersten reinen Fussgängerbrücke der Stadt um. Jogger und Spaziergänger freuen sich, Pendler fürchten längere Busfahrten, und in der Nacht davor verabschiedeten sich Motorradfahrer mit einer lauten Abschiedsfahrt.

Weltpuls-Redaktion · · Lesezeit 3 Min.
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Was passiert ist

Die 1976 eröffnete Jamsu-Brücke, die bei Starkregen als erste Han-Brücke überflutet wird, ist seit dem 26. Oktober um 0 Uhr für den Autoverkehr gesperrt. Bereits 2008 waren zwei der vier Spuren Velos und Fussgängern übergeben worden, nun folgt der Rest. Bis August 2027 will die Stadt das Deck verbreitern, 22 Aussichtspunkte sowie zwei Glasböden bauen, durch die man auf den Fluss blickt. Zu Fuss und mit dem Velo bleibt die Brücke während der meisten Bauzeit passierbar.

Die Buslinien 405 und 740 fahren in beide Richtungen über die darüberliegende Banpo-Brücke, zwei Haltestellen am Südende wurden aufgehoben. Die Stadt rechnet mit wenig zusätzlichem Stau, weil über die Jamsu-Brücke zuletzt nur rund ein Fünftel so viele Fahrzeuge fuhren wie über andere Han-Brücken. Die Polizei stellte am ersten Morgen keine ungewöhnlichen Staus fest.

Ganz reibungslos lief es trotzdem nicht: Laut Hankook Ilbo fuhr etwa jedes zehnte Auto ahnungslos bis zur Absperrung und musste umkehren. An der Gabelung zur Banpo-Brücke waren einige Fahrer verwirrt und wünschten sich mehr Hinweisschilder.

Die Stimmung vor Ort

Am ersten Morgen waren auf der Brücke vor allem Jogger, Velofahrer und Spaziergänger unterwegs. Statt Motorenlärm wehte ein Wind vom Fluss. Eine joggende Person sagte, früher sei die Grenze zwischen Fahrbahn und Gehweg unklar gewesen, jetzt laufe es sich entspannter. Ein älterer Mann begrüsste, dass die Brücke den Bürgern zurückgegeben werde, und sah darin eine Chance für den Tourismus.

Bei Pendlern überwog die Sorge. Eine Studentin verliess das Haus zehn Minuten früher, weil ihr Bus umgeleitet wurde. Andere fürchten, dass sich der ohnehin dichte Verkehr rund um den Express-Busterminal weiter verschärft. Ein Autofahrer berichtete SBS von über fünf Minuten Verspätung vor einem Spital und forderte angepasste Ampelphasen. Ein Senior mahnte, bei mehr Fussgängern brauche es gute Sicherheitsvorkehrungen, da der Abschnitt bei Hochwasser gefährdet sei.

Die Nacht vor der Sperre wurde zum Abschiedsritual. Dutzende Motorräder und Sportwagen fuhren ein letztes Mal über die Brücke, Fahrer winkten einander zu. In den sozialen Medien kursierte der Hashtag «Jamryesik», ein Wortspiel mit dem koreanischen Wort für Begräbnis. Viele erinnerten sich an Fahrten als Kind im Auto der Eltern.

Nicht alle teilten die Nostalgie: Anwohner klagten laut Financial News über Lärm und schlaflose Stunden, die Polizei erhielt zahlreiche Beschwerden. Online forderten die einen strengere Lärmregeln, während andere den Wunsch nach einer letzten Fahrt verständlich fanden.

Stimmen aus den Medien

Hankook Ilbo · SeoulDie Zeitung beschreibt einen ruhigen ersten Pendlermorgen, hält aber fest, dass viele Fahrer nichts von der Sperre wussten und umkehren mussten.
Money Today · SeoulDas Wirtschaftsblatt stellt Joggern und Senioren, die sich freuen, Pendler gegenüber, die wegen umgeleiteter Busse längere Wege befürchten.
Nocut News · SeoulNocut rückt die Nostalgie in den Vordergrund: Die Online-Abschiedsrituale zeigten, wie stark die Brücke im Gedächtnis vieler Seouler verankert ist.

Quellen

Dieser Artikel wurde aus lokalen Quellen in der Landessprache neu geschrieben. Jede Aussage zur Stimmung stützt sich auf die verlinkten Berichte.

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