Sydneys neuer Flughafen hebt ab: Der Westen feiert – und manche Reisende landen am falschen Ort
Nach jahrzehntelanger Planung hat der Flughafen Western Sydney International am Wochenende seine ersten Passagierflüge abgefertigt. Erste Fluggäste loben kurze Wege und tiefere Kosten, doch einige Reisende merkten erst an Bord, dass sie gar nicht zum gewohnten Flughafen unterwegs waren.
Was passiert ist
Am Sonntag, 25. Oktober, startete mit einem ausverkauften Jetstar-Flug an die Gold Coast der erste kommerzielle Flug vom neuen Flughafen Western Sydney International (WSI). Der Bau kostete rund 5,6 Milliarden australische Dollar. Der Flughafen liegt rund 45 Kilometer westlich des Stadtzentrums und darf – anders als der bestehende Flughafen in Mascot mit seinem Nachtflugverbot – rund um die Uhr betrieben werden. Am Montagmorgen landete mit einer Maschine von Air New Zealand aus Auckland der erste internationale Linienflug; die Airline will die Strecke vorerst dreimal pro Woche bedienen.
Sieben Fluggesellschaften haben sich bisher verpflichtet. Flüge nach Singapur sollen bald folgen, später Nadi, Ho-Chi-Minh-Stadt und Doha. Die Betreiber stellen in gut einem Jahr über 250 Destinationen in Aussicht. Das Terminal ist zunächst auf rund 10 Millionen Passagiere pro Jahr ausgelegt; mit weiteren Terminals und einer zweiten Piste sollen es bis in die 2060er-Jahre bis zu 82 Millionen werden. Am Bau arbeiteten rund 10'000 Menschen, etwa die Hälfte davon aus Westsydney.
Eine Lücke bleibt: Die Metro-Anbindung ab St Marys soll erst Ende nächsten Jahres in Betrieb gehen. Bis dahin verkehren Busse und ein Gratis-Shuttle, Autofahrer nutzen die neue, mautfreie Autobahn M12.
Die Stimmung vor Ort
Passagiere und Personal erlebten die Eröffnung laut ABC als Festtag. Die Pilotin des ersten Starts, die im westlichen Vorort Blacktown aufgewachsen ist, beschrieb den Moment als noch immer unwirklich. Premierminister Anthony Albanese sprach von einem aussergewöhnlichen Tag, Infrastrukturministerin Catherine King würdigte die Ausdauer, die das jahrzehntelange Projekt gebraucht habe. An Bord des ersten Air-New-Zealand-Flugs herrschte nach Angaben des Kapitäns spürbare Aufregung.
Viele Erstnutzer rechneten vor, was sie sparen. Ein Fluggast schilderte gegenüber ABC eine Anfahrt von gut 20 Minuten und 24 Dollar Parkgebühr für den ganzen Tag – statt knapp einer Stunde Fahrt und rund 15 Dollar Maut auf dem Weg nach Mascot. Ein Ehepaar bezahlte für das Taxi 50 statt 110 Dollar, bemängelte aber die spärliche Beschilderung. Eine Reisende aus Baulkham Hills lobte die ruhige Atmosphäre und die vielen Parkplätze und will wiederkommen.
Nicht alle waren am richtigen Ort. Eine Touristin aus Schweden, die in Mascot losgeflogen war, landete auf dem Rückflug aus Melbourne unerwartet im Westen – ihr Auto stand rund zwei Stunden entfernt am anderen Flughafen. Ein Urlauber aus Auckland wollte eigentlich nach Perth und bemerkte den Irrtum erst an Bord. ABC beschreibt die Betroffenen eher als verdutzt denn verärgert; der Neuseeländer nahm es mit Humor.
Ungeteilt ist die Freude nicht: Anwohnerinnen und Anwohner in der Umgebung lehnen laut RNZ den Betrieb ohne nächtliches Flugverbot entschieden ab.
Stimmen aus den Medien
Quellen
- ABC News: Western Sydney International öffnet für Passagiere
- ABC News: Erste Fluggäste loben reibungslosen Ablauf
- ABC News: Eröffnung sorgt bei manchen Reisenden für Verwirrung
- RNZ: Air New Zealand landet als erste internationale Airline am neuen Flughafen
- Euronews: Erster internationaler Flug landet in Westsydney
Dieser Artikel wurde aus lokalen Quellen in der Landessprache neu geschrieben. Jede Aussage zur Stimmung stützt sich auf die verlinkten Berichte.